Connect, Kamerun

Klimaprojekte

Connect, Kamerun

Bambus neu bewertet: In Manjo, Kamerun, verwandeln Landwirtinnen und Landwirte invasiven Bambuswildwuchs in stabile Pflanzenkohle und arbeiten sie in ihre Felder ein, was Kohlenstoff entzieht und zugleich degradiertes Land wiederherstellt.

Dieses einzigartige Projekt in Manjo, Kamerun, nutzt eine Bambusart, die lokal keine anerkannte Verwendung hat. Anders als andernorts für Bau oder Handwerk angebauter Bambus gilt diese Art als Plage: In den 1970er-Jahren für landwirtschaftliche Stützstrukturen eingeführt, wurde sie später aufgegeben und breitete sich unkontrolliert über die Felder aus. Ihre Faser ist zu dünn und unregelmäßig für industrielle oder handwerkliche Nutzung, sodass sie sich als unbewirtschaftete Biomasse anhäuft und das Hochwasserrisiko erhöht. Landwirtinnen und Landwirte versuchen oft, sie durch Verbrennen zu beseitigen, was Luftverschmutzung und Bodendegradation verursacht.

Die meisten Landwirtinnen und Landwirte des Ortes nehmen inzwischen am Pflanzenkohle-Programm teil und nutzen die Pflanzenkohle als Bodenverbesserung auf ihrem eigenen Land. Sie werden von Carbonlog geschult und betreut, einem regionalen Team aus Ingenieurinnen, Ingenieuren und Pyrolyse-Fachleuten.

Prozess

Im Sinne der Ökosystemwiederherstellung wird kein eigens angebauter Bambus verwendet: Der gesamte Rohstoff stammt aus nachhaltigen Quellen und wird dann aufbereitet, getrocknet und in Kon-Tiki-Erdmeilern in Pflanzenkohle umgewandelt. Produktionsstandorte werden dort eingerichtet, wo der Rohstoff anfällt, um Transporte zu vermeiden, und die Landwirtinnen und Landwirte produzieren meist so viel, wie sie für ihre eigenen Felder brauchen.

Ergebnisse

Das Projekt nutzt Bambus, der sonst verbrannt oder weggeworfen würde. Teilnehmende Landwirtinnen und Landwirte sind von Kunstdünger dazu übergegangen, ihren eigenen Pflanzenkohle-Kompost herzustellen und auszubringen, ein Beispiel dafür, wie ein ganzes Dorf seine Lebensgrundlage verbessern kann, indem es nahe gelegene Abfallreste in höhere Produktivität und zusätzliches Einkommen verwandelt. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden sind Frauen.

Projektdokumentation findest du im Eintrag im Global Carbon Registry. Mehr Details gibt es auch auf der Website von Carbon Connect.