Klimafakt

Geoengineering

Geoengineering lässt sich als großflächige Manipulation des Klimas beschreiben – der bewusste, großflächige Eingriff in das Klimasystem der Erde, um die globale Erwärmung abzuschwächen. Es ist ein Oberbegriff für verschiedene Techniken, die Wege erforschen, die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu mildern oder ihnen entgegenzuwirken. Diese Techniken werden üblicherweise in zwei Kategorien unterteilt: die Entfernung von Treibhausgasen (Kohlendioxid-Entnahme) und die Steuerung der Sonneneinstrahlung.

Was ist Geoengineering?

Die Innovation auf diesem Gebiet wächst und hat viele Vorschläge hervorgebracht – was teilweise erklärt, warum so viele Ideen sowohl in der Theorie als auch in der Praxis weitgehend unerprobt bleiben. Eine vorgeschlagene Lösung sind Spiegel im Weltraum, um das Sonnenlicht zurückzuwerfen. Weitere Ideen umfassen die Erhöhung der Wolkendecke, um die Sonneneinstrahlung zu begrenzen, oder die Düngung des Ozeans, um die Menge an Plankton zu steigern, das wiederum mehr Kohlendioxid aufnehmen würde.

Die Risiken

Geoengineering bringt auch negative Folgen mit sich. Die Begrenzung der Sonneneinstrahlung wäre beispielsweise ein Problem für die Solarenergie und würde den Übergang zu klimafreundlichen Energiequellen verlangsamen. Es birgt zudem die Gefahr, uns in eine langfristige Abhängigkeit vom Geoengineering zu zwingen. Viele Menschen stehen dem skeptisch gegenüber, denn es handelt sich um äußerst komplexe, globale Fragen, über die das Wissen noch relativ begrenzt ist.

Weitere Schwierigkeiten ergeben sich aus der Steuerung des Klimas und vor allem des Wetters, da vorhergesagt wird, dass die Technologie zu ungleichen Ergebnissen führt – einige Länder erhalten ein besseres Klima, während andere ein schlechteres bekommen. Dies wurde als „Klimakolonialismus“ bezeichnet: Die Bedürfnisse der nördlichen Hemisphäre werden gegenüber der südlichen priorisiert, wobei reichere Länder, die sich Geoengineering leisten können, am Ende ein besseres Klima haben als ärmere.

Lehren aus Vulkanen

Eine Inspirationsquelle für das Geoengineering war der Ausbruch des Mount Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991, dessen gewaltiger Ausbruch die globale Durchschnittstemperatur um etwa ein halbes Grad senkte. Ein ähnliches Ereignis war der Ausbruch des Mount Tambora in Indonesien im Jahr 1815 – das sogenannte „Jahr ohne Sommer“ –, nach dem die globalen Temperaturen stark fielen. Die Abkühlung durch diese Ausbrüche entsteht durch die Freisetzung von Sulfatpartikeln, deren erhöhtes Vorkommen die Sonnenstrahlen reflektiert und die globale Temperatur senkt. Es ist anzumerken, dass Wettermodifikation nicht dasselbe ist wie Geoengineering: Sie ist zeitlich begrenzt, auf kürzere Zeiträume, und räumlich, auf einige wenige Quadratkilometer pro Mal.

Quellen: The Royal Society — Geoengineering the climate: science, governance and uncertainty (2009)