Klimafakt

Glasemissionen

Die Herstellung von Glas verursacht etwa 0,8 kg Treibhausgase pro Kilogramm fertigen Glases, basierend auf einem durchschnittlichen Strommix aus verschiedenen Energiequellen. Das größte Klimaproblem bei Glas entsteht jedoch durch den Transport: Da Glasverpackungen schwer sind, setzt ihr Versand große Mengen an Treibhausgasen frei.

Ist Glas eine klimafreundliche Verpackung?

Mehrere Faktoren bestimmen, ob ein Verpackungsmaterial klimafreundlich ist. Vor allem muss die Verpackung ihren Zweck gut erfüllen – nämlich ihren Inhalt schützen –, sonst besteht das Risiko von Verschwendung, was insbesondere bei Lebensmitteln ins Gewicht fällt. Sie sollte leicht zu handhaben und zu transportieren sein, und ein möglichst geringes Gewicht ist dabei ein großer Vorteil. Auch das Volumen spielt eine Rolle: Eine kleine Menge eines energieintensiven Materials kann einer großen Menge eines energiearmen Materials vorzuziehen sein. Schließlich ist Recycling entscheidend – wie viel Energie wird benötigt, um das Material wiederzuverwenden?

Die Vor- und Nachteile von Glas

Glas hat echte Vorteile. Es bietet eine vollständige Barriere gegen Luft, Flüssigkeiten und Gerüche, was es zu einem hervorragenden Material für die Aufbewahrung von Lebensmitteln macht. Ein Nachteil ist, dass es Licht durchlässt, was bei Kartonverpackungen nicht der Fall ist.

In energetischer Hinsicht schneidet Glas sowohl bei der Herstellung als auch beim Transport schlechter ab als Kunststoff. Für Lebensmittel hat Glas jedoch einen klaren Vorteil, da es keine Chemikalien an seinen Inhalt abgibt, während bei manchen Kunststoffverpackungen genau dieses Risiko besteht.

Glasflaschen und Wasser

Wenn es um Wasser geht, ist die Wahl von Leitungswasser ein großer Vorteil gegenüber Wasser, das in Glasflaschen oder Dosen verkauft wird. Und Wasser zu Hause mit CO₂-Kartuschen zu sprudeln, ist für den Planeten immer noch besser, als es in Glasflaschen zu kaufen.

Glasrecycling

In einigen Ländern werden über 90 Prozent der Glasverpackungen recycelt – ein hoher Wert im internationalen Vergleich. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Recycling von Glas sehr energieintensiv ist. Tatsächlich benötigt das Einschmelzen von Altglas fast genauso viel Energie wie die Herstellung von neuem Glas aus Rohstoffen.

Quelle: IVL Swedish Environmental Research Institute