Klimafakt
Negative Emissionen
Negative Emissionen beziehen sich auf die Entfernung von Treibhausgasen (wie CO2) aus der Atmosphäre. Es ist üblich, in Klimawandeldiskussionen davon zu hören, da die Entfernung dieser Gase dazu beitragen kann, das sich verändernde Klima zu mindern. Beispielsweise sind negative Emissionen erforderlich, um die globale Erwärmung unter dem 1,5-Grad-Ziel zu halten. Mit anderen Worten, das Senken oder Stoppen der Emissionen reicht nicht aus, da THG-Gase lange in der Atmosphäre verbleiben.
Treibhausgase müssen abgeschieden und gespeichert werden, um negative Emissionen zu erreichen. Dieser Prozess kann auf natürliche Weise oder mit technischen Lösungen erfolgen.
Techniken für negative Emissionen
Eine gängige Technik, um das oben Genannte zu ermöglichen, heißt „Carbon Capture and Storage“ – CCS. Es ist eine Technik, die Treibhausgase abscheidet und speichert. Weltweit gibt es heute etwa 20 funktionierende Anlagen dieser Art. Die Herausforderung besteht hauptsächlich darin, dass die Technik sehr teuer ist. Dennoch gibt die Internationale Energieagentur, IEA, an, dass bis zum Jahr 2050 etwa 6000 Millionen Tonnen CO2 gespeichert werden müssen. Außerdem stehen negative Emissionen für etwa 12 % der gemeinsamen Bemühungen, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.
Forscher haben das öffentliche Vertrauen in technische Lösungen wie CCS aus mehreren Gründen kritisiert. Teils, weil die Technik es Menschen ermöglicht, die Erde weiterhin zu misshandeln, ohne ihren Lebensstil zu ändern. Um den Klimawandel zu mindern, kann man sich nicht ausschließlich auf technische Lösungen verlassen. Außerdem ist die Bindung von mehr THG-Gasen kein Ersatz für die Reduzierung der Emissionen aus menschlichen Aktivitäten. Es ist eine ergänzende Maßnahme, um verbleibende Emissionen zu entfernen.
Natürliche Lösungen
Es gibt viele natürliche Wege, um negative Emissionen zu schaffen. Der offensichtlichste Weg ist die Schaffung von mehr Biomasse, wie das Pflanzen von mehr Bäumen oder Algen im Ozean. Daher sind Aufforstungs- und Wiederverwilderungsbemühungen entscheidend. Diese Lösungen binden Treibhausgase in der Natur.
Ähnlich wie Geoengineering
Einige der technischen Lösungen für negative Emissionen ähneln einem Konzept namens Geoengineering, das die großmaßstäbliche Manipulation des Erdklimas darstellt. Geoengineering ist ein umstrittenes Thema, das sich auf komplexe und globale Bedenken bezieht. Aufgrund der weltweiten Ungleichheiten befürchten einige, dass mächtige Nationen mehr Einfluss auf die Techniken hätten. Dies könnte eine „Klimakolonialisierung“ schaffen, bei der reichere Länder ein besseres Klima erhalten als ärmere.
Zukunftsausblick
Insgesamt ist das Erreichen von negativen Emissionen in großem Maßstab sowohl schwierig als auch teuer. Es ist wichtig, dies als ergänzende Maßnahme zur Emissionsreduktion zu sehen, nicht als Ersatz, um weiterhin THG-Gase auszustoßen.