Klimafakt

Anthropozän

Anthropozän bedeutet „das Zeitalter des Menschen“. Der Begriff bezieht sich auf den massiven Einfluss, den der Mensch auf die Erde ausgeübt hat. Viele Wissenschaftler sehen darin den Auslöser eines neuen geologischen Zeitalters: des Anthropozäns. Der Begriff ist in Debatten über die Klimakrise oder in Interviews mit Klimaforschern verbreitet. Beispielsweise verwendet der Umweltforscher Johan Rockström den Begriff häufig.

Anthropozän setzt sich aus den griechischen Wörtern anthropo, was Mensch bedeutet, und zän, was neu bedeutet, zusammen.

Was hat das Anthropozän verursacht?

Einige Wissenschaftler argumentieren, dass die Auswirkungen des Menschen auf das Klima, die Ökosysteme und die Geologie der Erde ein neues geologisches Zeitalter markieren: das Anthropozän. Wäre das der Fall, würde die neue Ära das Ende des Holozäns markieren. Letzteres ist das geologische Zeitalter, in dem sich die Erde seit der letzten Eiszeit vor 11.500 Jahren befindet.

Viele Wissenschaftler sind sich einig, dass das Anthropozän mit dem Voranschreiten der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begann. Der Beginn des Anthropozäns ist jedoch fast genauso umstritten wie das Konzept selbst. Manche behaupten zum Beispiel, es habe mit der Landwirtschaft begonnen. Andere sagen, es sei mit den ersten Atombombentests gewesen, da nukleare Explosionen seit 1945 deutliche Spuren in geologischen Schichten hinterlassen haben. Zumal eine Atombombe in ihrer Wirkung mit einem Vulkanausbruch vergleichbar ist.

Das Konzept des Anthropozäns löst unter Geologen eine große Debatte aus. Teilweise, weil die vorherigen geologischen Zeitalter weitaus länger waren als das Holozän und enorme geologische Veränderungen der Erde markieren. Wie zuvor erwähnt, begann das Holozän erst vor 11.500 Jahren. Zum Vergleich: Das vorhergehende Zeitalter, das Pleistozän, dauerte 1,8 Millionen Jahre. Daher diskutiert die wissenschaftliche Gemeinschaft noch immer, ob das Anthropozän offiziell anerkannt werden soll oder nicht.

Das Zeitalter des Menschen

Das „Zeitalter des Menschen“ ist gewissermaßen ein Synonym für das Anthropozän. Wie erwähnt, stammt das Wort von „anthropos“, was Mensch bedeutet, und „zän“, was neu bedeutet. Letzteres beschreibt eine neue Epoche in der Geologie. Der Nobelpreisträger Paul Crutzen führte den Begriff im Jahr 2000 in die wissenschaftliche Gemeinschaft ein. Geprägt wurde er allerdings vom Wissenschaftler Eugene F. Stoermer.

Was rechtfertigt eine neue geologische Ära?

Der Hauptgrund für neue geologische Zeitalter sind sichtbare Veränderungen in den Schichten der Erdkruste. Wissenschaftler, die sich für die neue Ära des Anthropozäns aussprechen, verweisen beispielsweise darauf, dass zwei Drittel der Ackerflächen der Erde unter Kultivierung stehen. Dies wirkt sich naturgemäß auf die Erdkruste aus. Darüber hinaus weisen sie darauf hin, dass der Mensch mehr Erde und Kies bewegt als der Planet selbst. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die jährlich produzierten 300 Millionen Tonnen Plastik, die deutliche Spuren auf der Kruste hinterlassen. Weitere Beispiele sind die Spuren von Krieg und Waffen. Am häufigsten wird jedoch die vom Menschen verursachte globale Erwärmung genannt, die alles Leben auf der Erde verändern kann.

Bis heute debattieren Geologen weiterhin über das Konzept des Anthropozäns. Es könnte in Zukunft ein neues geologisches Zeitalter markieren.

Beispiele für Quellen: The Encyclopedia of the Earth, National Geographic