Klimafakt
Biodiversität
Biodiversität, auch biologische Vielfalt, bezeichnet die Vielfalt der Lebensformen in einem Gebiet, also die Vielfalt lebender Arten. Ein natürlicher Wald beispielsweise weist eine unglaubliche Biodiversität an Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien auf. Sie alle wirken in sogenannten Ökosystemen zusammen, die wie Stützsysteme das Lebensgleichgewicht aufrechterhalten.
Das Thema Biodiversität ist Teil der globalen Agenda zur Bekämpfung des Klimawandels, da der Mensch eine zunehmende Bedrohung für die Biodiversität der Erde darstellt. Aktivitäten wie die Entwaldung beispielsweise zerstören den Lebensraum vieler Arten und treiben sie in Richtung Aussterben.
Warum ist Biodiversität wichtig?
Biodiversität ist unverzichtbar. Sie ist notwendig, um das Leben auf der Erde zu erhalten. Wenn nur ein Teil eines biodiversen Ökosystems verschwindet, kann dies das Gleichgewicht eines ganzen Systems stören. Eine Art könnte beispielsweise zu groß werden und das Aussterben einer anderen verursachen. Wie erwähnt, bedroht der Mensch heute die Biodiversität der Erde. Durch Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Umweltverschmutzung. Laut WWF sind die globalen Bestände von Säugetieren, Fischen, Reptilien und Amphibien (z. B. Fröschen) seit den 1970er Jahren um 68 % zurückgegangen.
Da die Biodiversität alles Leben auf der Erde stützt, stützt sie auch den Menschen. Wir sind Teil des Ökosystems der Erde und vom Überleben verschiedener Lebensformen abhängig. Wir sind etwa auf Pflanzen für Luft und Nahrung angewiesen. Diese Pflanzen sind ihrerseits auf andere Teile eines Ökosystems angewiesen, etwa Bienen (für die Bestäubung), die ihr Überleben sichern.
Biologische Vielfalt weltweit
Manche Gebiete dieses Planeten weisen eine größere biologische Vielfalt auf als andere. Beispielsweise natürliche tropische Wälder oder Regenwälder rund um den Äquator. Etwa der Amazonas-Regenwald in Südamerika und das Kongobecken im Herzen Afrikas. Der Amazonas beherbergt über 3 Millionen Arten, davon 2.500 verschiedene Baumarten. Brasilien, wo der größte Teil des Amazonas-Regenwalds liegt, hat die größte biologische Vielfalt der Welt.
Weitere Gebiete sind der Daintree Rainforest in Australien und die Nebelwälder Ecuadors. Wissenschaftler vermuten, dass all diese Gebiete über lange Zeiträume ökologisch stabil waren, weshalb die Evolution sich ungestört entfalten konnte. Daher sind Orte mit großer Biodiversität wie eine Artenbibliothek der Erde. Sie sind faszinierende Orte, die geschützt und in ihrer weiteren Entwicklung erhalten werden sollten.
Biodiversitäts-Hotspots
Sechsunddreißig Gebiete des Planeten gelten als Biodiversitäts-Hotspots. Das sind Orte, die Arten beherbergen, die sonst nirgends auf der Erde vorkommen. Außerdem sind diese Gebiete bedroht. In diesem Fall, wenn über 70 % der natürlichen Vegetation verloren sind. Mit anderen Worten: Hotspots der biologischen Vielfalt sind unersetzliche Gebiete, weshalb sie ausgewiesen werden. Beispielsweise Madagaskar, der Cerrado in Brasilien, der Himalaya und der Atlantische Wald sind Hotspots. Biodiversitäts-Hotspots gibt es weltweit, von tropischen Gebieten bis zu Bergregionen mit Laubwäldern.
Bemühungen zum Schutz der Biodiversität
Das Ziel 15 für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 hebt die Bedeutung dieses Themas hervor. Es zielt darauf ab: „Landökosysteme zu schützen, wiederherzustellen und ihre nachhaltige Nutzung zu fördern, Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, Wüstenbildung zu bekämpfen, Bodendegradation zu beenden und umzukehren sowie den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen“.
Außerdem konzentrieren sich viele Organisationen auf den Schutz der biologischen Vielfalt der Erde. Etwa der WWF, Conservation International und die Nature Conservancy (TNC).
Quellen: WWF, Greenpeace, ScienceDirect