Klimafakt
Garnelen und die Umwelt
Garnelen und die Umwelt – die Industrie des Fischens und/oder der Zucht von Garnelen schadet der Umwelt. Einige Forscher behaupten sogar, dass Garnelen einen höheren CO₂-Fußabdruck haben als rotes Fleisch. Der Sektor ist ein erheblicher Verursacher des Klimawandels. Beispielsweise nutzt der industrielle Garnelenfang Grundschleppnetze, die die Meeresböden beschädigen. Gleichzeitig bedrohen Garnelenfarmen verschiedene Ökosysteme im Meer.
Außerdem ist Grundschleppnetzfischerei eine Technik, die den Meeresboden nach Garnelen abkratzt und dabei Meeresböden und Korallen zerstört. Außerdem hat sie einen sehr hohen Beifang. Letzteres bedeutet, dass anderes Meeresleben mit hochgezogen wird, das dabei verletzt oder getötet wird. Darüber hinaus stellen Garnelenfarmen eine erhebliche Bedrohung für Mangrovenwälder dar.
Grundschleppnetzfischerei
Beim Garnelenfang ist die Verwendung eines Schleppnetzes üblich. Dieses Werkzeug ist eines der am häufigsten verwendeten Geräte in der heutigen Fischereiindustrie. Es ist ein großes Netz, das hinter Fischerbooten hergezogen wird. Daher werden die Boote auch als Trawler bezeichnet. Wenn die Schleppnetze auf dem Meeresboden eingesetzt werden, haben sie eine ähnliche Wirkung wie das Pflügen auf einem Feld. Obwohl es heute Grundschleppnetze gibt, die etwas weniger Schaden anrichten, verursachen sie immer noch erheblichen Schaden. Außerdem geht die Technik mit viel Beifang einher. Das heißt, sie fängt deutlich mehr Meeresleben als nur Garnelen. Der Beifang wird dabei entweder beschädigt oder getötet.
Garnelenfarmen
Laut WWF stammen rund 55 % aller weltweit verkauften Garnelen aus Garnelenfarmen. Das Tier ist heute das wertvollste gehandelte Meeresprodukt weltweit. Außerdem nimmt die Garnelenproduktion in Farmen zu, da die globale Nachfrage nach dem Produkt weiter wächst. Die Farmen sind aus verschiedenen Gründen eine Bedrohung für die Umwelt. Eine der bedeutendsten ist die Bedrohung der Mangrovenwälder. Beispielsweise hat die Garnelenzucht in Südostasien zu einer 30-prozentigen Abholzung der Mangroven geführt.
Weiter ist es üblich, Mangrovenwälder abzuholzen, um Platz für Garnelenfarmen zu schaffen. Diese Praxis ist sehr schädlich für die natürlichen Ökosysteme im Meer. Mangroven dienen unter anderem als Kinderstube für viele Meeresarten. Etwa für Fische und Garnelen. Außerdem leben viele Tiere zwischen den Wurzeln der Mangrovenwälder. Eine weitere wichtige Tatsache ist, dass die Wälder bis zu viermal so viel CO₂ binden wie ein Regenwald. Das bedeutet, sie sind auch sehr wichtige Kohlenstoffsenken.
Ein weiteres Beispiel für die Auswirkungen von Garnelenfarmen ist, dass sie andere empfindliche Küstengebiete zerstört haben. Da es üblich ist, dass Landwirte aggressive Chemikalien zur Reinigung der Becken verwenden. An manchen Orten ist die Natur so stark beschädigt, dass die Farmen in neue Gebiete verlegt werden.
Garnelen und die Umwelt
Beispielsweise stellt der Schwedische Naturschutzverein fest, dass die Menschen aufhören sollten, in den Tropen gezüchtete Riesengarnelen zu essen. Dieser Rat liegt daran, dass die Anforderungen an zertifizierte Garnelenfarmen, etwa die ASC-Zertifizierung, keine gute Produktion gewährleisten. Darüber hinaus erklärt die Organisation, dass der Prozess zur Erlangung von Zertifikaten wie ASC überarbeitet werden muss, was zu Unsicherheit über die ökologische Nachhaltigkeit führt.
Die Klimaauswirkungen von Garnelen
Schließlich haben Forscher von RISE, den Research Institutes of Sweden, behauptet, dass Garnelen einen höheren CO₂-Fußabdruck (pro Kilogramm) haben als rotes Fleisch.
Beispiele für Quellen: WWF, SeafoodSource