Klimafakt
Kernkraft
Kernkraft ist eine Energiequelle, die atomare Reaktionen nutzt, um Strom zu erzeugen. Sie erfordert massive Anlagen, die als Kernkraftwerke bekannt sind. Kernkraft ist eine nicht erneuerbare Energiequelle, da sie von radioaktiven Substanzen wie Uran angetrieben wird. Sie wird jedoch als saubere Energie angesehen, da sie vergleichsweise geringe Treibhausgasemissionen aufweist.
Kernkraft ist ein stark umstrittenes Thema. Sie hat in der Vergangenheit verheerende Unfälle verursacht (mehr dazu unten). Außerdem produziert sie radioaktiven Abfall. Heute macht diese Quelle 10 % des weltweiten Stroms aus.
Wie funktioniert Kernkraft?
Die Nukleartechnologie spaltet Atome und fängt die dabei freigesetzte Wärmeenergie ein. Diese Wärme erzeugt Dampf, der die Schaufeln einer Turbine antreibt, die dann Strom erzeugen kann. Uran ist das häufigste Atom für diesen Zweck. Der Prozess ist als Kernspaltung bekannt und findet heute in allen Kraftwerken der Welt statt.
Kernkraft weltweit
Wie oben erwähnt, macht die Energiequelle etwa 10 % der weltweiten Stromerzeugung aus. Die ersten Kraftwerke wurden in den 1950er Jahren in Betrieb genommen. Davor konzentrierte sich die Forschung an der Nukleartechnologie auf die Produktion von Bomben. Heute erzeugen die Vereinigten Staaten die größte Energiemenge aus Kernkraft, gefolgt von China, Frankreich und Russland. Allerdings macht Kernkraft in den Vereinigten Staaten nur 19,6 % des Stromverbrauchs aus. In Frankreich deckt sie 70 % des nationalen Stromverbrauchs.
Die Debatte
Kernkraft ist umstritten und sorgt für Meinungsverschiedenheiten zwischen Menschen und politischen Parteien. Für einige stellt sie eine große Gefahr dar. Für andere ist sie eine Lösung für den Klimawandel – Befürworter der Kernkraft betonen, dass sie billig, effizient ist und keine Treibhausgase freisetzt.
Das Gesamtbild zeigt jedoch, dass Kernkraft Treibhausgase freisetzt. Die Förderung von Uran (Brennstoff für die Kernkraft) ist ein energieintensiver Prozess, der Emissionen verursacht. Außerdem sind die Anlagen anfällig für Vorfälle, Unfälle und Anschläge. Diese Anfälligkeit kann zur Freisetzung radioaktiven Materials führen, wie es in der Vergangenheit der Fall war.
Strahlung von radioaktivem Material ist sehr schädlich und kann den Tod von Menschen und anderen Lebewesen verursachen. Sie hat große Landflächen unbewohnbar gemacht (mehr dazu unter „Unfälle mit Kernkraft“).
Außerdem erzeugt die Energiequelle radioaktiven Abfall. Dieser Abfall stellt eine langfristige Sicherheitsgefahr dar und wird in der Natur gelagert. Tatsächlich gilt Energie aus Kernkraftwerken aus diesem Grund nicht als „grüner Strom“.
Außerdem wird Kernkraft auch deshalb befürwortet, weil die Menschen glauben, sie sei eine billige Energiequelle. Doch Kraftwerke erfordern teure Sicherheitsmaßnahmen und Wartung. In der Vergangenheit kostete Kernkraft weniger, da sie nicht die heutigen Sicherheitsanforderungen hatte. Im 21. Jahrhundert ist sie teuer.
Unfälle mit Kernkraft
Es gab drei große Unfälle mit Kernkraft:
- Tschernobyl, Ukraine, 1986
- Harrisburg, USA, 1997
- Fukushima, Japan, 2011
Der Unfall von Tschernobyl in der Ukraine ist einer der berühmtesten Unfälle der Welt. Das Gebiet des Kraftwerks wurde stark radioaktiv und ist immer noch unbewohnbar. Die Auswirkung der radioaktiven Substanzen, die sich durch den Unfall ausbreiteten, war in ganz Europa zu sehen. Außerdem wurde das Kraftwerk Fukushima, das so konstruiert war, dass es Erdbeben und Tsunamis standhalten sollte, durch hohe Flutwellen beschädigt. Der Schaden führte dazu, dass sich radioaktive Substanzen in alle umliegenden Gebiete ausbreiteten.
Beispiele für Quellen: Student energy, World-nuclear