Klimafakt

Wasserkraft

Wasserkraft, auch bekannt als Hydroelektrizität oder Wasserenergie, nutzt Wasser zur Stromerzeugung. Im Allgemeinen fängt sie die Kraft und Energie schnell fließenden Wassers in Flüssen ein. Wasserkraft gilt als erneuerbare und nachhaltige Quelle der Energieerzeugung. Allerdings sind Wasserkraftwerke auch dafür bekannt, die natürliche Umwelt zu stören.

Wasserkraft ist eine der ältesten Quellen erneuerbarer Energie. Sie begann vor etwa 2000 Jahren, als die Energie des Wassers eingefangen wurde, um das Rad in Mühlen zu drehen. Traditionell diente Wasserkraft also dem Antrieb von Maschinen.

Wasserkraftenergie

Weltweit steht Wasserkraft für etwa ein Sechstel der gesamten Stromversorgung. Der Großteil der Energie stammt aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas. Laut Statista ist China der weltweit größte Produzent von Hydroelektrizität, gefolgt von Kanada, Brasilien und den USA. Auch einige kleinere Nationen mit bedeutenden Wasserquellen liegen ganz oben, wie Norwegen und Schweden. Obwohl China der größte Produzent ist, macht Wasserkraft nur etwa 17 % des gesamten Energiebedarfs der Nation aus. Gleichzeitig deckt die Quelle etwa 90 % des gesamten in beispielsweise Norwegen erzeugten Stroms ab. Das Land ist der größte Produzent von Wasserkraft in Europa.

Was ist Wasserkraft?

Wie erwähnt fängt Hydroelektrizität die natürliche Kraft und Energie schnell fließenden Wassers in Flüssen ein. Die Quelle kann reguliert werden, was bedeutet, dass Strom bei Bedarf erzeugt wird. Die häufigsten Wasserkraftwerke speichern Wasser in einem Damm. Wenn das Wasser dann aus dem Damm freigesetzt wird, wird die Energie dieser Bewegung eingefangen. Zum Beispiel, indem das Wasser das Schaufelblatt einer Turbine dreht. Diese erzeugt dann Strom.

Es gibt drei Arten von sogenannten Wasserkraftwerken. Das oben beschriebene ist als Speicherkraftwerk bekannt. Nämlich, wenn Wasser aus einem Damm freigesetzt wird, um eine Turbine zu drehen, die dann einen Generator antreibt. Eine andere Art wird Laufwasserkraftwerk genannt. Es funktioniert, indem Wasser in einer Reihe von Kanälen statt in einem Damm geleitet wird. Die dritte Art ist ein Pumpspeicherkraftwerk und wird zum Beispiel in Kombination mit Solar- und Windenergie genutzt. Es sammelt die Energie aus diesen Quellen, um Wasser bergauf zu einem Damm oder Becken zu pumpen. Wenn Strom benötigt wird, wird das Wasser im höheren Becken freigesetzt, um eine Turbine zu drehen.

Wie wirkt sich Wasserkraft auf die Umwelt aus?

Wasserkraft gilt als nachhaltige Energiequelle. Die Vorteile von Wasserkraft werden in der globalen Nachhaltigkeitsdebatte üblicherweise hervorgehoben, da sie die natürliche Kraft des Wassers nutzt. Aber auch, weil sie die einzige erneuerbare Quelle ist, die man regulieren kann. Solar- und Windenergie erzeugen nur Strom, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Allerdings wird die Speicherung dieser Energiequellen besser.

Die enormen Bauwerke, die zum Bau von Wasserkraftwerken erforderlich sind, stören jedoch die Umwelt. Sie verändern Landschaften und Flüsse drastisch. Außerdem stören sie die natürliche Bewegung der Fische, da Fische dazu neigen, sich flussauf- und flussabwärts zu bewegen. Die Ökosysteme der Flüsse hängen von dieser Bewegung in einem komplexen Geflecht ab. Zum Beispiel bringen Fische auch Nahrung in die Landschaften und das Tierleben rund um die Wasserquelle. Manchmal wird dieser natürliche Prozess durch die Schaffung von Wasserdurchgängen berücksichtigt. Doch die Anlagen bleiben eine Blockade für die natürlichen Strömungen.

Die Störung durch die Wasserkraftbauten kann sich negativ auf Gebiete wie den Amazonas-Regenwald auswirken. Nicht nur in ökologischer, sondern auch in sozialer Hinsicht. Zum Beispiel führen neue Dammkonstruktionen tendenziell dazu, dass Menschen, die an den Flüssen leben, vertrieben werden.

Außerdem ist Wasserkraft im Allgemeinen als Quelle bekannt, die keine Treibhausgase freisetzt. Dies ist jedoch nur teilweise richtig. Zunächst einmal setzt der Bau der Anlagen Treibhausgase frei. Aber vor allem setzen die Anlagen das starke Treibhausgas Methan frei.

Zukunftsausblick

Insgesamt ist Wasserkraft eine grünere Option als fossile Brennstoffe, doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass neue Bauten gut für die Umwelt sind. Auch erneuerbare Quellen haben Komplikationen und erfordern Lebenszyklusanalysen. Bevor man beispielsweise in einen Ausbau erneuerbarer Energien investiert, ist es sinnvoll, an Energieeffizienz zu arbeiten und den Energiebedarf zu senken.

Quellen: National Geographic, The Guardian, Statkraft, Statista, Our World in Data.