Klimafakt

Verhandlungsgruppen

In den globalen Klimaverhandlungen, wie den COP-Treffen, beziehen sich Verhandlungsgruppen auf Nationen mit ähnlichen Agenden, die sich entscheiden, gemeinsam zu verhandeln. Beispielsweise sind die Europäische Union (EU) und die G77 (Gruppe der „Entwicklungsländer“) zwei typische Parteigruppierungen. Diese beiden Gruppen vertreten bei den UN-Klimaverhandlungen tendenziell gegensätzliche Meinungen. Eine weitere häufige Gruppe ist SIDS, was für die Small Island Developing States (Kleine Inselentwicklungsstaaten) steht.

Warum Verhandlungsgruppen?

Einige Verhandlungsgruppen, wie die EU (mit 28 Mitgliedstaaten), arbeiten immer zusammen. Die Funktion dieser Kooperationen ist, dass sie bestimmten Themen mehr Gewicht verleihen. Wenn sich Länder in einer Gruppe einig sind, dass ein Thema das wichtigste ist, kann die Ländergruppe diesem Thema mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Aus diesem Grund ist es üblich, dass sich Gruppen vor offiziellen Klimagesprächen treffen und ihre Agenden aushandeln. Außerdem können Parteigruppierungen von Treffen zu Treffen unterschiedlich sein. Dies hängt in der Regel von den Themen und der Agenda und den Interessen jeder Nation ab. Außerdem sind Verhandlungsgruppen bei allen UN-Treffen üblich, nicht nur bei klimabezogenen Versammlungen.

Die G77-Gruppe

Die G77-Verhandlungsgruppe ist eine der größten Gruppen bei den Klimaverhandlungen und wurde 1964 auf der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) gegründet. Die Gruppe wurde von 77 Entwicklungsländern gegründet, die die „Gemeinsame Erklärung der Siebenundsiebzig Entwicklungsländer“ unterzeichneten. Heute ist sie auf 134 Länder angewachsen. Doch der Name blieb aufgrund seiner historischen Bedeutung erhalten.

Die G77 ist die größte zwischenstaatliche Organisation für Entwicklungsländer innerhalb der Vereinten Nationen. Sie umfasst zum Beispiel größere Länder wie Brasilien. Doch kleinere Volkswirtschaften sind häufiger, wie El Salvador und Haiti. Bei den COP-Treffen plädiert die G77 in der Regel für finanzielle Unterstützung von reicheren und stärker industrialisierten Nationen, um den Klimawandel zu mindern und sich an das bereits veränderte Klima anzupassen. Es ist typisch, dass die G77-Gruppe mit China zusammenarbeitet. Dann wird die Gruppe als G77 + China bezeichnet. Beispielsweise hat die Gruppe für die „Loss and Damage“-Finanzierung plädiert. Dies bezieht sich auf die finanzielle Unterstützung für die Folgen des Klimawandels, die viele Entwicklungsländer bereits erleben. Wie etwa extremere Wetterereignisse, die zu Naturkatastrophen führen.

Die Schirmgruppe

Eine weitere Ländergruppe ist als „Schirmgruppe“ bekannt. Sie ist viel kleiner als die G77 und hat keine formale Teilnehmerliste. Ihre Mitglieder sind große Industrieländer außerhalb der EU. Außerdem begann die Zusammenarbeit nach dem Kyoto-Protokoll in den 90er Jahren. Die Mitglieder sind in der Regel die Vereinigten Staaten, Australien, Kanada, Japan, Neuseeland, Kasachstan, Norwegen, Russland und die Ukraine.

Weitere Beispiele für Verhandlungsgruppen

Ein weiteres Beispiel für eine kleinere Ländergruppe ist AILAC, eine Zusammenarbeit von Nationen in Lateinamerika und der Karibik. Und die Afrikanische Gruppe, die 54 afrikanische Nationen vertritt. Es gibt auch die Arabische Gruppe und die Gruppe der Umweltintegrität (EIG). Schließlich nahm auf der COP21 in Paris eine weitere Gruppe Gestalt an. Nämlich die Hochambitionierte Koalition: eine Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Industrieländern, die nach einer ambitionierteren Klimaschutzmaßnahmen strebt. Die Gruppe betont die Bedeutung globaler Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel.

Beispiele für Quellen: UNFCCC, Europäisches Parlament, High Ambition Coalition