Klimafakt

Zwei-Grad-Ziel

Das Zwei-Grad-Ziel hat zum Ziel, die globale Erwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen. Diese Ambition wurde auf der COP16 in Cancún, Mexiko, eingeführt. Am bekanntesten ist es jedoch als Bestandteil des Pariser Klimaabkommens, dem internationalen Abkommen, die Erderwärmung unter 2 Grad zu halten.

Das Pariser Klimaabkommen hat zum Ziel, „die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad Celsius, vorzugsweise auf 1,5 Grad Celsius, im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen“. Damit dies geschehen kann, muss die Welt so bald wie möglich einen globalen Höhepunkt der Treibhausgasemissionen erreichen.

Was bedeutet das Zwei-Grad-Ziel?

Das Klima auf der Erde erwärmt sich infolge menschlicher Aktivitäten, die Treibhausgase freisetzen (und so den Planeten erhitzen). Internationale Ziele wirken dem entgegen, etwa durch Bemühungen, die Erwärmung unter 2 °C zu halten. Üblicherweise wird der Temperaturanstieg gegenüber dem vorindustriellen Niveau gemessen – also der durchschnittlichen Temperatur vor dem 19. Jahrhundert und der Industrialisierung. Letztere ist einer der bedeutendsten Gründe für die heutige globale Erwärmung.

Darüber hinaus geht es beim Zwei-Grad-Ziel allgemein um die Kontrolle des CO2-Gehalts in der Atmosphäre. CO2 ist das häufigste Treibhausgas und wird beispielsweise durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe freigesetzt. Üblicherweise wird es in Teilen pro Million – ppm – gemessen. Im Detail liegt ein nachhaltiges CO2-Niveau bei 350 ppm. Im Jahr 2016 lag der Wert in der Atmosphäre beispielsweise bei etwa 400 ppm. Setzt sich die Entwicklung fort, werden wir zwischen 2030 und 2040 450 ppm erreichen.

Was passiert bei einer globalen Erwärmung über zwei Grad?

Es ist schwierig, die genauen Folgen verschiedener Erwärmungsgrade vorherzusagen. Eine kleine Veränderung in einem Ökosystem kann Kettenreaktionen für viele andere Teile des Planeten auslösen. Ein Beispiel, das Wissenschaftler hervorheben, ist das Überleben der Korallenriffe. Beim Zwei-Grad-Ziel besteht das Risiko, 99 % der Riffe weltweit zu vernichten. Unter anderem deshalb setzt das Pariser Klimaabkommen sein Ziel bei 1,5 Grad an. Eine Erwärmung darüber hinaus birgt zu viele unvorhersehbare Risiken.

Darüber hinaus kann die globale Erwärmung über zwei Grad zu einem starken Anstieg des weltweiten Hungers führen, da sie weltweit die Ernten verringern würde. Auch der Meeresspiegel könnte um etwa 46 cm steigen, also fast einen halben Meter. Heute leben Millionen von Menschen entlang von Küsten und auf flachen Inseln. Eine solche Veränderung würde daher die Häuser von Millionen Menschen zerstören. Mehr noch: Sie würde Millionen von Klimaflüchtlingen weltweit hervorbringen.

Ein weiteres typisches Beispiel der globalen Erwärmung ist das schnelle Schmelzen der Gletscher. Diese Folge verringert die Albedo der Erde und ermöglicht es dunklen Meeren, noch mehr Wärme der Sonne zu absorbieren. Dies führt zu einer kontinuierlichen und deutlich schnelleren Erwärmung.

Die Debatte um das 2-°C-Ziel

Die Debatte über die katastrophalen Folgen des Zwei-Grad-Ziels hat die Ambition der Welt auf maximal 1,5 °C Erwärmung verschoben. Doch die heutigen Emissionen sind weit davon entfernt, dieses Ziel zu erreichen. Außerdem glauben viele, dass selbst das 2-°C-Ziel schwer zu erreichen sein wird, da die Emissionen weiterhin sehr hoch sind und die politischen Veränderungen langsam vorankommen. Zum Beispiel deutet eine in Nature veröffentlichte Studie darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, die globale Erwärmung unter 2 Grad zu halten, bei 5 % liegt.

Schließlich ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass ein Verbleib unter 1,5 Grad deutlich besser ist als 2. Während zwei Grad deutlich besser sind als 3 Grad, und so weiter.

Beispielquelle: UNFCCC